Optimierung neuartiger Immunzelltherapien

Presseinformation / 01. Februar 2021

Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI und Klinikum Chemnitz gGmbH bauen Zusammenarbeit aus

Zell- und genbasierte Arzneimittel, sogenannte Advanced Therapy Medicinal Products (ATMPs), kommen inzwischen verstärkt in der Behandlung von Krebserkrankungen zum Einsatz. Am Fraunhofer IZI in Leipzig arbeitet PD Dr. Stephan Fricke, Leiter der Abteilung GMP Prozessentwicklung, u.a. an der Verbesserung der Herstellungsprozesse für solche hochkomplexen Arzneimittel. Als Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie, Fachimmunologe der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) und Oberarzt der Klinik für Innere Medizin III am Klinikum Chemnitz gGmbH schlägt er zudem die Brücke in deren Anwendung.

ATMPs enthalten oder bestehen aus »lebenden« Zellen, die entsprechend langfristig eine Heilung bei Patient*innen nach Applikation bewirken sollen. Neben Zell- und Gentherapeutika werden darunter unter anderem auch andere biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte verstanden. Das Fraunhofer IZI ist schon seit längerem eine zentrale Herstellungs- und Entwicklungsstätte für ein CAR-T-Zelltherapeutikum. Diese neuartige Krebsimmuntherapie nutzt körpereigene T-Zellen von Patient*innen, um bestimmte Formen von Blutkrebs zu bekämpfen. In der Abteilung GMP Prozessentwicklung arbeiten Fricke und sein Team daran, bessere Herstellungsprozesse für solche ATMPs zu erarbeiten.

Seit Anfang 2021 bietet der Mediziner am Chemnitzer Klinikum, in Zusammenarbeit mit der Poliklinik Chemnitz gGmbH, eine Sprechstunde für Patient*innen mit Immundefekten an. Diese können zum Beispiel im Zusammenhang mit Krebserkrankungen oder mit immer wiederkehrenden Infektionen oder Entzündungen auftreten. »Diese Anbindung an die Praxis ist für meine Idee von Forschung, nämlich translational und nah am Patienten, und meine konkrete Forschungsarbeit sehr wichtig«, erläutert er.

Neben der Forschung und Entwicklung neuer ATMPs zielen die Arbeiten von PD Dr. Fricke und seinem Team dabei auf den Transfer von optimierten Herstellungsprozessen aus dem Labor in den klinischen Maßstab ab. In Zusammenarbeit mit der Institutsleiterin des Fraunhofer IZI, Professor Ulrike Köhl, und der Hauptabteilung GMP Zell- und Gentherapie ist die Abteilung GMP Prozessentwicklung kompetenter Partner, um GMP-Prozesse zu verbessern, kostengünstiger zu gestalten und zu adaptieren, aber auch um diese in die klinische Anwendung zu bringen.