S3-Sicherheitslabor

Mitarbeitende des Fraunhofer IZI im S3-Sicherheitslabor
© Fraunhofer IZI

Das Fraunhofer IZI verfügt über ein Labor der Sicherheitsstufe 3. Damit ist es möglich Forschungs- und Entwicklungs­arbeiten unter der biologischen Schutzstufe 3 zu realisieren und hochpathogene Erreger zu untersuchen. Zudem sind gentechnische Arbeiten möglich. Ein angegliederter Bereich zur Tierhaltung ermöglicht die Entwicklung von bzw. Arbeit mit Infektionsmodellen für entsprechende Erregerklassen. 

Die Sicherheitsvorkehrungen im S3-Labor umfassen ein eigenständiges Lüftungssystem mit separaten Filtern (Hepa-Filter Klasse H14) für alle Räume inkl. Autoklav. Schwebstofffilter scheiden 99,995 Prozent aller Partikel mit einer Größe von 0,1 bis 0,3 Mikrometer ab. Das Lüftungssystem garantiert einen 8-fachen Luftwechsel pro Stunde mit einem Förder­volumen von bis zu 1500 m³ Luft/h.

Schleusen und Druckunterschiede zwischen den Bereichen verhindern ein Austreten von infektiösen Partikeln mit der Luft. Zudem können alle Räume einzeln begast und entlüftet werden, um Kontaminationen zu beseitigen.

Mitarbeitende werden durch besondere Schulung, besondere Schutzkleidung und Schutzhelme mit autarkem Luftfilter­system geschützt.

Ausstattung

Das S3 Labor ist für zell- und molekularbiologische Arbeiten mit Sicherheitswerkbank, diversen Zentrifugen, inversem Mikroskop mit Phasenkontrast, Kühlschrank, -80°C-Schrank, Brutschrank und Thermocycler ausgestattet.

Die Standard-Tätigkeiten umfassen Zellkultur zu Virus­vermehrung, Assays zum Bestimmen des Virengehalts (TCID50, Plaque-assay) und Vireninaktivierung. Auch Neutralisationsassays können durchgeführt werden.

Bearbeitet werden zur Zeit Arthropoden-übertragene Viren wie z. B. Dengue- oder West Nil-Viren, sowie SARS-CoV-2. Weitere Pathogene, die unter die Schutzstufe 3 fallen, können jederzeit ergänzt werden.

Leistungen und Auftragsforschung

  • Testen und Entwicklung von Wirkstoffen in vitro und in vivo
  • Testen und Entwicklung von Impfstoffen
  • Immunologische Studien (z. B. Analyse protektiver Antikörper aus Patient*innen), auch in Zusammenarbeit mit Kliniken
  • Materialtests (z. B. antivirale Beschichtungen)
  • Tests von Desinfektionsmitteln
  • Virus-Stabilitäts-Untersuchungen
  • Etablierung von Infektionsmodellen auf Lab-on-Chip-Techniken