Außenstelle Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung

Die Außenstelle Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung in Halle (Saale) verfügt über umfangreiche Expertise in verschiedenen Bereichen der präklinischen Entwicklung von Wirkstoffen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf neurodegenerativen und entzündlichen Erkrankungen. Die Aktivitäten überspannen dabei nahezu den gesamten Aufgabenbereich der frühen Entwicklung von Wirkstoffen, von der Identifizierung von Zielproteinen über deren Charakterisierung, der Darstellung erster Wirkstoffkandidaten bis hin zur Prüfung von Substanzen im Tiermodell. Die Mitarbeitenden der Außenstelle zeichnen sich durch umfassende Erfahrungen in der industriellen und pharmanahen Forschung aus.

Dies ermöglicht sowohl die Bearbeitung wissenschaftlicher Problemstellungen von Industriepartnern als auch die Identifizierung und Patentierung neuer Wirkstoffe und Zielproteine der eigenen Vorlaufforschung als Basis für Industriekooperationen.

Aus den daraus resultierenden neuen Behandlungskonzepten werden sowohl »small molecules«, als auch biologische Wirkstoffe (»biologicals«) entwickelt und getestet. Dies wird flankiert durch die Entwicklung von Testverfahren zur Identifizierung und diagnostischen Anwendung von Biomarkern, die es ermöglichen den Krankheits- und Therapieverlauf zu überwachen. Darüber hinaus verfügt die Außenstelle über die Expertise zur Generierung von pharmakologisch relevanten In-vitro- und In-vivo-Modellen.

Neben modernen Methoden zur Peptidsynthese und der Proteinanalytik (MALDI-TOF und LC-MS) besitzt die Außenstelle ein breit gefächertes biophysikalisches Methodenspektrum zur Charakterisierung von therapeutisch relevanten Stoffwechselwegen, deren Schlüsselproteinen sowie zellbasierte und pharmakologische Modelle zur Charakterisierung neuartiger chemischer und biologischer Wirkstoffe.

 

Molekulare Biotechnologie

Die Arbeitsgruppe Molekulare Biotechnologie entwickelt und etabliert zelluläre und molekularbiologische Analyse- und Modellsysteme. Dabei kommen zellbasierte Assays, Gen­expressionsanalysen, immunologische und protein­chemische Methoden, komplexe Zellkulturmodelle sowie tierexperimen­telle Ansätze zum Einsatz. 

 

Protein- und Wirkstoffbiochemie

Die Arbeitsgruppe Protein- und Wirkstoffbiochemie verfügt über umfangreiche Er­fahrung in der Reinigung von Ziel­proteinen und deren enzymatischer Charakterisierung. Neben klassischen Verfahren zur Protein-Chromatographie kommen proteinchemische Methoden, z.B. spektroskopische Auf­klärung von Struktur und enzymkinetischer Wirkungs­weise, zum Einsatz.

 

Wirkstoffdesign und Analytische Chemie

Das Leistungsprofil der Arbeitsgruppe Wirkstoffdesign und Analytische Chemie umfasst das komplette Spektrum der Medizinalchemie und Analytik, das zur Identifizierung potenzieller neuer Wirkstoffkandidaten aus dem Bereich der »small molecules« und deren Entwicklung hin zu klinischen Kandidaten benötigt wird.

 

Proteinfaltungserkrankungen

Jährlich werden mehr als 300 000 Neuerkrankungen an Amyloidosen in Deutschland registriert. Ursache dieser Erkrankungen sind Ablagerungen von abnorm veränderten Proteinen, meist in den Zellzwischenräumen. Diese als Amyloid bezeichneten unlöslichen Eiweißfäden schädigen neben dem Nervensystem auch innere Organe wie Herz, Leber, Niere, Milz oder den Magen-Darm-Trakt und führen bei schwerem Befall zu deren Funktionsverlust.

 

Astacinproteinasen

Das humane Genom enthält Informationen für ca. 600 proteolytisch aktive Enzyme, die in eine Vielzahl verschiedener Regulationsprozesse involviert sind. Eine gestörte oder deregulierte Funktion dieser Proteinasen führt daher oftmals zur Entstehung von Krankheiten.

 

 

Von der EU geförderte Forschungsprojekte

Forschungsprojekte der Projektgruppe Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung des Fraunhofer IZI, die über das Land Sachsen-Anhalt mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert werden.

 

 

Die 3sat-Wissenschaftsdoku »Rätselhaftes Vergessen – neue Hoffnung bei Alzheimer« (Erstausstrahlung 19. September 2019) berichtet über den Abbruch von zwei Phase III-Studien zum Antikörper Aducanumab als Therapieoption für Alzheimer und stellt jüngste Entwicklungen in der Alzheimerforschung vor. Im Interview, ab Minute 16:02, Prof. Dr. Ulrich Demuth, ehemaliger Leiter der Außenstelle Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung am Fraunhofer IZI.

Vivoryon Therapeutics AG / 16.4.2020

Presseinformation

Entwicklungsprogramm für Meprin-Protease-Inhibitoren mit vorgesehener therapeutischer Anwendung bei Fibrose, Krebs und Alzheimer

2.2.2017

Presseinformation

Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie und Immunic GmbH erforschen gemeinsam neue Wirkstoffe zur Behandlung autoimmuner Erkrankungen