Von exzellenter Wissenschaft in die Anwendung – mit dem Innovationsprojekt SaxoCell im BMBF Wettbewerb »Clusters4Future«

Presseinformation / 04. Mai 2020

Sie wollen die Selbstheilungskräfte des Körpers besser nutzen und »lebende Arzneimittel« für viele Patienten verfügbar machen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Dresden, der Universität Leipzig und des Leipziger Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI beginnen mit der Konzeptionsphase in ihrem gemeinsamen Zukunftscluster SaxoCell im Innovationswettbewerb »Clusters4Future« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Am 1. Mai 2020 startete das Projekt SaxoCell, das als eines von 16 aus 137 Vorschlägen für die Förderung der ersten Konzeptphase im Jahr 2020 ausgewählt wurde.

Mitarbeitende des Fraunhofer IZI bei der Arbeit im Reinraum.
© Fraunhofer IZI
Mitarbeitende des Fraunhofer IZI bei der Arbeit im Reinraum.

Die biomedizinische Forschung steht heute an einem Scheideweg, an dem die Herstellung neuartiger Medikamente technisch möglich ist und bestehende Hindernisse überwunden werden können. Expertinnen und Experten der Technischen Universität Dresden (TU Dresden), der Universität Leipzig und des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI haben sich zu dem Cluster SaxoCell zusammengeschlossen, um neue Produktionsmethoden und Anwendungsgebiete für innovative Zell- und Gentherapien zu erschließen. Zentrales Ziel des BMBF-Zukunftsclusters SaxoCell ist es, die breite Anwendung neuartiger, personalisierter Gen- und Zelltherapeutika, so genannter »lebender Arzneimittel«, zu realisieren. Wesentliche und notwendige Merkmale sind flexible automatisierte Systeme, damit die vielversprechenden neuen Therapien breiter und kostengünstiger als bisherige Therapien eingesetzt werden können. Die Entwicklung solcher Technologien erfordert eine starke Beteiligung der regionalen Industrie und kommerzieller Partner, was ein entscheidender Aspekt für den Erfolg des Clusters ist.

»Der Körper verfügt über Zellen mit ausgezeichneten Selbstheilungseigenschaften. Unsere Aufgabe ist es, solche Zellen mit genau definierten Funktionen und einem hohen Sicherheitsprofil für die Anwendung im industriellen Maßstab und zu sozial verträglichen Kosten herzustellen. Das ist eine wunderbare Chance für ein Miteinander aus akademischer Forschung und Industrie in Sachsen«, sagt Professor Ezio Bonifacio, der Clustersprecher der TU Dresden.

Zu den bisherigen klinischen Erfolgen gehören T-Zell-Therapien, insbesondere CAR-T-Zelltherapien, in deren Produktion die Biotech- und Pharmaindustrie bereits investiert hat und deren klinische Erprobung und Anwendung bereits durch die SaxoCell-Partnerinstitute und -kliniken erfolgt. »Im nächsten Schritt müssen wir die technologischen Hindernisse überwinden, um eine breite Anwendung zu ermöglichen«, betont Professor Ulrike Köhl, Clustersprecherin auf Leipziger Seite und Leiterin des Fraunhofer IZI.

Der SaxoCell-Cluster soll die Bereiche Gen- und Zelltherapie, Künstliche Intelligenz, Automatisierung sowie regulatorische Bereiche aus Wissenschaft und Industrie zusammenbringen und eine einzigartige Wertschöpfungskette in Sachsen etablieren. Die sechsmonatige Konzeptionsphase wird genutzt, um Partner und Start-ups zusammenzubringen und einen Arbeitsplan für dieses ehrgeizige Programm über die nächsten zehn Jahren zu erstellen.

Die Bundesregierung plant, in der nächsten Dekade bis zu 450 Millionen Euro für die Zukunftscluster-Initiative bereitzustellen. In der ersten Runde wurden für die Konzeptionsphase 137 Vorschläge aus ganz Deutschland eingereicht, aus denen eine Fachjury 16 Ideen auswählte. Diese Projekte gehen nun in eine sechsmonatige Konzeptionsphase, die mit jeweils bis zu 250 000 Euro gefördert werden. Die in dieser Phase entwickelten Konzepte werden im November 2020 als Vollantrag eingereicht. Sie werden von einer Expertenjury bewertet. Bis zu sieben zukünftige Cluster sollen für eine Fortsetzung im Jahr 2021 ausgewählt werden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner

Team Dresden:
Professor Ezio Bonifacio (ezio.bonifacio@tu-dresden.de)
Dr. Maren Henneken (maren.henneken@tu-dresden.de),

Team Leipzig:
Professor Ulrike Köhl (ulrike.koehl@izi.fraunhofer.de)
Ilka Henze (ilka.henze@izi.fraunhofer.de)

 

Pressekontakt

Cornelia Probst
Head of PR / Communications
Technische Universität Dresden
Center for Molecular and Cellular Bioengineering (CMCB)
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