World Conference on Regenerative Medicine rückt Leipzig als etablierten Standort für Regenerative Medizin ins Blickfeld

2.11.2011

Am 2. November 2011 hat in Leipzig die World Conference on Regenerative Medicine begonnen. Bis zum 4. November werden sich Forscher, Mediziner und Unternehmer im Congress Center Leipzig über aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse aus den Bereichen Stammzellforschung, Zelltherapie, Biomaterialien und Tissue Engineering austauschen. Insgesamt werden bis zu 1.000 Teilnehmer erwartet.

© Fraunhofer IZI

Zur Eröffnungspressekonferenz am 2.11.2011, 9:30 Uhr im Congress Center Leipzig, wurden die internationalen wissenschaftlichen Highlights des Programms sowie die Bedeutung der Konferenz und der Regenerativen Medizin für den Standort Leipzig erörtert.

Zur Eröffnung sagte Kongresspräsident Prof. Dr. Frank Emmrich: »Die anhaltend hohe Resonanz unter Wissenschaftlern und Unternehmern beweist, dass sich Leipzig mit der World Conference on Regenerative Medicine im Bereich Regenerative Medizin als international anerkannter Standort für Forschung und Erfahrungsaustausch etabliert hat.«

Der Kölner Stammzellforscher Prof. Dr. Jürgen Hescheler betonte: »Ich bin überzeugt, dass Patienten in Zukunft von Therapien mit induziert Pluripotenten Stammzellen profitieren werden. Unsere aktuelle Forschung für den Einsatz von iPS-Zellen bei Herzinfarkt stimmt uns optimistisch.« Zugleich kritisierte er die Forschungssituation für junge Stammzellenforscher in Deutschland: »Die Situation ist katastrophal. Fehlende Forschungsstellen, oft auf zwei Jahre befristete Arbeitsverhältnisse und hohe regulatorische Hürden schrecken qualifizierte junge Leute von Stammzellforschung in Deutschland ab.«

Vom Projektträger Jülich, der für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Fördermaßnahmen umsetzt, hob Dr. Bülent Genç, Teamsprecher des Bereichs Regenerative Medizin, hervor: »Das Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung legt einen wichtigen Schwerpunkt auf die individualisierte Medizin. Sie schließt zentrale Forschungsansätze der Regenerativen Medizin, z. B. Tissue Engineering und Zelltherapien, ein und kann damit in Zukunft neue Therapieansätze bieten.«

Prof. Dr. Walter Brehm, Leiter der Chirurgischen Tierklinik an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, gab einen Überblick über neu entwickelte Behandlungen: »Für Hunde und Pferde werden in ersten Ansätzen regenerative Therapien etabliert. So werden Stammzelltherapien für Gelenkerkrankungen bei Pferden entwickelt. Hunden kann mit Stammzelltherapien bereits heute bei der Regeneration von Nerven und Knochen geholfen werden.«

Wissenschaftliche Höhepunkte der Konferenz sind unter anderem Vorträge von Dr. Andras Nagy (Samuel Lunenfeld Research Institute in Toronto) und von Dr. Kun Zhang (University of California in San Diego). Beide beschäftigen sich mit Methoden zur Herstellung Pluripotenter Stammzellen und deren Potenzial für therapeutische Anwendungen. Bioingenieurin Prof. Dr. Laura Niklason (Yale School of Engineering and Applied Science in New Haven) erörtert Fortschritte und Herausforderungen der Lungenregeneration.

Organisiert wird die Konferenz vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie Leipzig sowie dem Translationszentrum für Regenerative Medizin der Universität Leipzig.