Promotionspreis der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig für Dr. Alexandra Rockstroh

Presseinformation / 19.9.2019

Dr. Alexandra Rockstroh aus der Abteilung Immunologie des Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI erhielt für ihre Promotion zum Thema »Entwicklung von Verfahren für die spezifische, serologische Diagnostik von Dengue- und Zika-Virusinfektionen mit modifizierten Envelope Proteinen« einen der Promotionspreise 2019 der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Der Preis, der jährlich hervorragende wissenschaftliche Leistungen auf den Gebieten der Medizin und Zahnmedizin ehrt, wurde am 17. September 2019 im Rahmen der Fakultätsratssitzung von Professor Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, übergeben.

Prof. Dr. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, überreichte den Promotionspreis an Dr. Alexandra Rockstroh
© Universität Leipzig, Medizinische Fakultät

Prof. Dr. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, überreichte den Promotionspreis an Dr. Alexandra Rockstroh

Mit den Ergebnissen der Promotionsarbeit von Dr. Alexandra Rockstroh ist die Basis für die Entwicklung von spezifischen und sensitiven Bluttests für Dengue- und Zika-Virusinfektionen geschaffen, die speziell in Gebieten mit co-zirkulierenden Flaviviren Einsatz finden könnten.

Dengue und Zika sind beides von Mücken übertragene Viruserkrankungen. Die Zika-Virusepidemie betraf 2015 und 2016 viele Länder Mittel- und Südamerikas, außerdem werden jährlich zwischen 50-100 Millionen Dengue-Fälle weltweit gemeldet. Die Symptome beider Viruserkrankungen sind dabei sehr ähnlich und gehen mit hohem Fieber einher. Beim Dengue-Virus besteht jedoch die Gefahr des lebensbedrohlichen, hämorrhagischen Fiebers und das Zika-Virus kann während einer Schwangerschaft schwerwiegende Missbildungen des Kindes wie die Mikrozephalie hervorrufen. Das so geschädigte Hirn entwickelt sich nicht richtig und ist oftmals kleiner als üblich. Zur Behandlung ist deshalb die serologische Labordiagnose, also ein Bluttest mit dem sich beide Krankheiten unterscheiden lassen, essentiell. Durch die nahe Verwandtschaft und strukturelle Homogenität beider Viren entstehen mit den derzeitigen Tests allerdings erhebliche Kreuzreaktivitäten, die zu einem falsch positiven Testergebnis führen können. Dies macht eine zuverlässige Unterscheidung bislang nahezu unmöglich.

In ihrer Promotionsarbeit erarbeitete Dr. Alexandra Rockstroh ein Verfahren, mit dem die Kreuzreaktivitäten umgangen werden können. Damit wird eine spezifische, sensitive Diagnostik des Dengue- und Zika-Virus möglich. Dem Team um PD Dr. Sebastian Ulbert, Leiter der Abteilung Immunologie am Fraunhofer IZI, gelang dabei zusätzlich eine serologische Abgrenzung zu Infektionen mit anderen nah verwandten und weit verbreiteten Flaviviren, wie dem West-Nil-Virus, dem Japanische-Enzephalitis-Virus oder dem FSME-Virus.

Das von den Leipziger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelte Diagnoseverfahren wurde inzwischen patentiert und an zwei Firmen auslizenziert. Die klinischen Tests in Ausbruchsszenarien verliefen erfolgreich und so ist die Hoffnung berechtigt, dass die Forschungsergebnisse aus dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI künftig dazu beitragen, Dengue- und Zika-Virusinfektionen genau zu diagnostizieren.