Erfolgreiche Evaluierung - Projektgruppe »Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung« des Fraunhofer IZI ab 1. Januar 2019 verstetigt

Presseinformation / 13.12.2018

Die Projektgruppe »Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung« (MWT) des Fraunhofer IZI wurde im Oktober 2013 mit dem Ziel gegründet, neue molekulare Strategien zur Behandlung von neurodegenerativen und entzündlichen Erkrankungen zu erforschen und zu entwickeln. Innerhalb der fünfjährigen Aufbauphase konnte sich die Gruppe erfolgreich am Forschungsmarkt etablieren und zukunftsfähig aufstellen. Nach der Evaluation am 10. April 2018 wurde die Außenstelle in Halle (Saale) nach einstimmigem Votum durch die Evaluierungskommission am 30. November 2018 in die reguläre Bund-Länder-Finanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft übernommen und somit per 1. Januar 2019 verstetigt.

Forschungsschwerpunkte der Fraunhofer IZI Außenstelle sind krankheitsrelevante post-translationale Modifikationen, die zu Fehlfaltungen von Proteinen sowie deren Aggregation führen und in Krankheitsbildern wie Alzheimer, Parkinson und Multipler Sklerose münden. Die methodischen Kompetenzen überspannen dabei nahezu den gesamten Leistungsbereich der frühen Wirkstoffentwicklung von der Identifizierung von Zielproteinen über deren Charakterisierung, der Darstellung erster Wirkstoffkandidaten bis hin zur Prüfung von Substanzen im Tiermodell. Die Gruppe ergänzt damit das Fraunhofer Forschungsportfolio um pharmakologisch/pharmazeutische Entwicklungskompetenzen.

Heute ist die Abteilung des Fraunhofer IZI, mit Sitz im Biozentrum Halle, eng mit der regionalen und überregionalen Wirtschafts- und Wissenschaftslandschaft verzahnt und mit einer Reihe von akademischen und industriellen Partnern in Projektinitiativen, wie dem Leistungszentrum für Chemie-und Biosystemtechnik und der BMBF-Ausschreibung »Innovative Hochschule«, verbunden. Die Beteiligung an mehreren EU-Konsortien und nationalen Projekten sind Belege, für eine überregionale Sichtbarkeit des Leistungsspektrums der Hallenser Forscher.

»Forschung ist die Basis für Fortschritt und Innovation. Deshalb hat die Landesregierung Sachsen-Anhalts die Projektgruppe in Halle seit 2013 umfangreich unterstützt. Ziel war es, die wissenschaftlich anspruchsvolle Wirkstoffforschung in Sachsen-Anhalt zu stärken und die Ergebnisse in wirtschaftliche Anwendungen zu überführen. Das ist gelungen«, resümiert Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Die Aufbauphase wurde mit insgesamt 16,2 Millionen Euro vom Land Sachsen-Anhalt gefördert.

»Wir freuen uns über die Verstetigung und sind natürlich auch ein wenig stolz auf unsere Bilanz. Mein Dank gilt der Landesregierung in Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Frank Emmrich, der dieses Vorhaben von Anfang an unterstützt hat und nicht zuletzt allen Mitarbeitenden, die die letzten Jahre so intensiv auf dieses Ergebnis hingearbeitet haben«, so Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth, Leiter und Initiator der Projektgruppe.

Die Bilanz der heute 39 Personen starken Projektgruppe liest sich dabei durchweg positiv. Insgesamt 29 Projekte wurden in den vergangen fünf Jahren bearbeitet und mehr als 5 Millionen Drittmittel akquiriert. Daraus resultierten 47 Publikationen und 11 Patentanmeldungen. Zudem engagierte sich das Team in der Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Insgesamt 170 junge Wissenschaftler und Praktikanten wurden bisher betreut, 46 Graduierungen begleitet (9 Bachelor-, 26 Master-, 6 Diplom- und 5 Promotionsarbeiten) und 55 Lehrveranstaltungen an den Universitäten Halle und Leipzig sowie der Hochschule Anhalt durchgeführt. Im März 2018 wurde die Außenstelle zudem als Prüfstandort der GLP-Prüfeinrichtung des Instituts zertifiziert.

Ziele für die nähere Zukunft sind die Komplettierung des methodischen Spektrums zur umfassenden Charakterisierung von kleinen Wirkstoffmolekülen und biologischen Wirkstoffen innerhalb des Instituts. Dazu zählen u.a. die Errichtung einer Einheit für strukturelle Analyse von Zielproteinen. Dies wird begleitet durch den weiteren Aufbau einer Nachwuchsforschergruppe zu Proteinfaltungserkrankungen die im September 2018 gestartet ist, die gemeinsame Berufung einer Juniorprofessur an der medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und einer gemeinsamen Berufung mit der Hochschule Anhalt zum Aufbau eines gemeinsamen Screenings-Labors.