Stammzellen und ihre klinische Anwendbarkeit. In Leipzig trafen sich 200 Vertreter aus Forschung, Klinik und Wirtschaft zum intensiven Austausch

30.11.2012

Unter der Überschrift »Stem Cells and Clinical Applications« wurden am 29./30. November im Rahmen des 7. Fraunhofer Life Science Symposiums spezifische Fragestellungen aus dem Bereich der Stammzellforschung beleuchtet. Das Symposium war dieses Jahr mit der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Stammzellforschung (GSZ) gekoppelt und konnte einen Besucherrekord verzeichnen. Durch die Verleihung des Medizin-Nobelpreises an Shinya Yamanaka und John Gurdon im Oktober 2012 hat der Themenbereich Stammzellen erst vor kurzem erneute Aufmerksamkeit erregt.

© Fraunhofer IZI

Dr. Alexandra Stolzing, Wissenschaftlerin am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie.

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In über 80 Postern präsentierten junge und erfahrene Wissenschaftler ihre neusten Ergebnisse.

Yamanaka und Gurdon haben entdeckt, wie ausdifferenzierte Zellen wieder zu Stammzellen umprogrammiert werden können. Man nennt diese reprogrammierten Zellen induziert pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen). Mithilfe dieser iPS-Zellen könnte zukünftig auf die Verwendung ethisch umstrittener embryonaler Zellen verzichtet werden.

Mit dem gleichen Themenbereich beschäftigt sich auch Dr. Alexandra Stolzing, Wissenschaftlerin am Fraunhofer IZI. Sie erklärte in ihrem Vortrag beim Fraunhofer Life Science Symposium die Besonderheit ihres Forschungsansatzes: »Die meisten Methoden zur Herstellung von iPS verwenden Viren oder virale Faktoren, was eine medizinische Anwendung ausschließt. Wir haben eine Methode zur Reprogrammierung entwickelt, die auf mRNA basiert und keine dauerhaften Veränderungen des Genoms nach sich zieht.« Dadurch lassen sich nun iPS mit einem hohen medizinischen Potenzial herstellen. »Erste Anwendungen sind in der Gewebezucht möglich, aber auch im Bereich der personalisierten Medizin«, erläutert Prof. Dr. Frank Emmrich, Institutsleiter des Fraunhofer IZI.

Weitere auf dem Symposium diskutierte Aspekte der Stammzellforschung betrafen die Immunologie, regulatorische Fragen und Möglichkeiten zur Knochen-, Knorpel und Sehnenreparatur. Das Fraunhofer Life Science Symposium bringt jährlich rund 200 Teilnehmer aus industriellen, akademischen und klinischen Einrichtungen zusammen, die sich zu wechselnden Themenschwerpunkten über neueste Technologien, Trends und Entwicklungen austauschen. Für weitere Informationen http://www.fs-leipzig.com/.