Sächsische Fraunhofer-Institute gründen gemeinsames Bio-Nano-Anwendungslabor

11.9.2014

Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI und das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS gründen mit Unterstützung des Freistaats Sachsen ein gemeinsames Anwendungslabor zur Forschung in der Bio-Nanotechnologie in Leipzig.

Die Nanotechnologie hat bereits in viele Bereiche des täglichen Lebens Einzug gehalten. Auch in der biotechnologischen und biomedizinischen Forschung birgt die Nanotechnologie enorme Potenziale. So bestimmt die Nanostrukturierung von Oberflächen, ob sich Zellen daran anhaften und sogar, wie sie sich entwickeln. Nanopartikel können mit Wirkstoffen beladen zum Medikamententransporter im Körper werden. Aber auch das grundlegende Verständnis biologischer Mechanismen, wie die Struktur von Zelloberflächen oder die Kopplungsmechanismen von Viren an Körperzellen, kann durch die Anwendung der Nanotechnologie entscheidend verbessert werden. Das in Dresden ansässige Fraunhofer IKTS verfügt mit seinem neuen Institutsteil Materialdiagnostik IKTS-MD über umfangreiches Know-how in den Bereichen der angewandten Mikroelektronik, Sensorsysteme, Nanoanalytik und Werkstoffcharakterisierung. Dieses soll nun mit den biologischen Kompetenzen des Leipziger Fraunhofer IZI, insbesondere im Bereich der Zell- und Molekularbiologie, verbunden werden. Ziel ist die Entwicklung von innovativen, minimal invasiven Analysetechniken und Sensorkonzepten für die Biotechnologie.

»Durch die enge Zusammenarbeit der beiden Institute entsteht ein Mehrwert, den jedes Institut für sich allein nicht generieren könnte. Während das Fraunhofer IZI erweiterten Zugang zu den Eigenschaften biologischer Systeme und Mechanismen gewinnt, kann das Fraunhofer IKTS-MD die eigenen Analysemethoden und Messgeräte an aktuelle Fragestellungen angepasst weiterentwickeln und somit neue Anwendungsmöglichkeiten und Technologiefelder erschließen«, fassen Dr. Dirk Kuhlmeier und Dr. Michael Szardenings, Koordinatoren des Projekts seitens des Leipziger Fraunhofer-Instituts, die Kooperation zusammen.

Das gemeinsame Vorhaben wird mit 3 Millionen Euro durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Mittel werden fast vollständig in hochmoderne Forschungsgeräte investiert.

»»Die Regionen Leipzig und Dresden sind auf den Gebieten der Bio- und Nanotechnologie auch im internationalen Vergleich wissenschaftlich auf einem sehr hohen Niveau. Wir als Fraunhofer-Forscher wollen hier unseren Beitrag leisten, die hervorragenden Potenziale beider Regionen in Zukunft wirtschaftlich noch stärker zu nutzen. Es ist für uns wichtig, die Systeme zur Analyse biologischer Strukturen in unmittelbarer Nähe zu Experimenten aufzustellen, da Zellen und Gewebe sehr transportempfindlich sind«, begründet Dr. Jörg Opitz, Projektkoordinator des Fraunhofer IKTS-MD den Schritt, das gemeinsame Anwendungslabor in Leipzig aufzubauen.

Der Aufbau der entsprechenden technischen Infrastruktur erfolgt ab sofort sukzessive am Fraunhofer IZI. Die geplanten Systeme zielen auf die strukturellen und chemischen Analysemethoden für biologische Materialien und biofunktionalisierte Oberflächen. Die Dresdner und Leipziger Forscher wollen damit unter anderem analytische und diagnostische Verfahren optimieren, therapeutische Substanzen untersuchen, Biosensoren entwickeln, aber auch die Prozess- und Qualitätskontrollen für die Biotechnologie verbessern.

 

Ansprechpartner Fraunhofer IZI

Dr. Michael Szardnings
Telefon +49 341 35536 2805
E-Mail senden

 

Ansprechpartner Fraunhofer IKTS

Dr. Jörg Opitz
Telefon +49 351 88815 516
E-Mail senden