Internationale Experten haben sich in Leipzig über die neuesten Erkenntnisse der Regenerativen Medizin ausgetauscht

4.11.2011

Rund 1.000 Teilnehmer aus mehr als 40 Ländern haben vom 2. bis 4. November 2011 die World Conference on Regenerative Medicine in Leipzig besucht. International renommierte Forscherinnen und Forscher sowie Vertreter aus Klinik, Wirtschaft und Politik haben sich über die neuesten Erkenntnisse und Fortschritte in der Regenerativen Medizin ausgetauscht.

© Fraunhofer IZI

Rund 1.000 Teilnehmer aus mehr als 40 Ländern haben vom 2. bis 4. November 2011 die World Conference on Regenerative Medicine in Leipzig besucht.

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Prof. Dr. Michele De Luca, Universität von Modena (Italien).

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Prof. Dr. Laura Niklason, Yale School of Engineering and Applied Science in New Haven (USA).

In über 400 Fachbeiträgen beleuchteten Wissenschaftler aus aller Welt die Themen Stammzellforschung, Zelltherapie, Tissue Engineering (Gewebezüchtung), Biomaterialien und deren molekularer Grundlagen. Weiterhin wurden regulatorische Rahmenbedingungen für die Übertragung therapeutischer Ansätze in die klinische Praxis und ethische Fragestellungen diskutiert.

»Wir haben mit der Konferenz dazu beitragen können, dass sich die verschiedenen Disziplinen der Regenerativen Medizin über die Fachgrenzen hinweg austauschen. Den Teilnehmern wurden auch in diesem Jahr wieder viele spannende Forschungsansätze präsentiert und somit neue Impulse für die zukünftige Forschung gesetzt,« so das Resümee des Konferenzpräsidenten Prof. Dr. Frank Emmrich.

Prof. Dr. Heike Walles, Universität Würzburg, stellte Lösungsansätze vor, wie der wachsende Bedarf an Gewebeprodukten zukünftig gedeckt werden könnte. Durch automatisiertes Tissue Engineering sollen in Zukunft Haut und andere Gewebe in größeren Mengen produziert werden.

Prof. Dr. Michele De Luca, Universität von Modena (Italien), präsentierte Ergebnisse aus dem Gebiet der Kornearegeneration (Hornhaut des Auges). In einer zehn Jahre umfassenden klinischen Studie konnte er zeigen, dass der Einsatz patienteneigener Stammzellen die Regeneration der Hornhaut nach chemischen Verletzungen langfristig verbesserte.

Prof. Dr. Laura Niklason, Yale School of Engineering and Applied Science in New Haven (USA), gab Einblicke in ihre laufende Forschungsarbeit, in deren Mittelpunkt die Herstellung von Lungentransplantaten steht. Ihr Ansatz zielt auf die Schaffung zellfreier Lungengerüste, die mit körpereigenen Zellen des Empfängers besiedelt werden. In ersten Laborversuchen stellten die komplexe und hochsensible Architektur des Lungengewebes und dessen Verbindung zur Blutversorgung die größten Herausforderungen für die Wissenschaftler dar.

Auf der Konferenz wurden auch zahlreiche veterinärmedizinische Beiträge vorgestellt. Prof. Roger Smith, Royal Veterinary College (UK), präsentierte Studien zum erfolgreichen Einsatz mesenchymaler Stammzellen bei der Heilung verletzter Sehnen des Pferdes. »Das Interesse an den veterinärmedizinischen Themen ist groß, da insbesondere die Ergebnisse von Studien an Großtieren auch wertvolle Daten für die Humanmedizin liefern«, so Prof. Dr. Brehm, Universität Leipzig, der im Rahmen der Konferenz gemeinsam mit der International Veterinarian Regenerative Medicine Society mehrere Sessions organisierte.

Neben den hochkarätigen wissenschaftlichen Beiträgen freute sich Prof. Dr. Frank Emmrich auch über 20 Prozent mehr Aussteller aus der Wirtschaft: »Dies zeigt uns das wachsende Interesse der Industrie an den Entwicklungen der Regenerativen Medizin und deren Transfer in Klinik und Wirtschaft.«

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI und vom Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig. Die nächste World Conference on Regenerative Medicine findet vom 23. bis 25. Oktober 2013 in Leipzig statt.