Fraunhofer beteiligt sich an Nachbarschaftshilfe zwischen EU-Partnern bei Coronavirus-Tests

Presseinformation / 24. April 2020

Die Eindämmung der derzeitigen Coronavirus-Pandemie ist eine weltweite Herausforderung, die keine nationalstaatlichen Grenzen kennt. Im Sinne der grenzübergreifenden Solidarität unterstützt das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI aus Leipzig gemeinsam mit der sächsischen Staatsregierung das Nachbarland Tschechien. Am 24. April 2020 kamen in Leipzig Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, dessen Staatsminister für Wissenschaft Sebastian Gemkow, der tschechische Bezirkshauptmann von Liberec, Martin Puta, sowie der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Reimund Neugebauer und Wissenschaftler des Fraunhofer IZI zu einem beratenden Gespräch zusammen.

Prof. Dr. Friedemann Horn und Dr. Sebastian Ulbert vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI erläutern den Entwicklungsstand molekularbiologischer und serologischer Coronas-Tests. (v.l.n.r.: Prof. Dr. Ulrike Köhl, Sebastian Gemkow, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Michael Kretschmer, Dr. Sebastian Ulbert, Prof. Dr. Friedemann Horn)
© Fraunhofer IZI
Prof. Dr. Friedemann Horn und Dr. Sebastian Ulbert vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI erläutern den Entwicklungsstand molekularbiologischer und serologischer Coronas-Tests. (v.l.n.r.: Prof. Dr. Ulrike Köhl, Sebastian Gemkow, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Michael Kretschmer, Dr. Sebastian Ulbert, Prof. Dr. Friedemann Horn)
Dr. Sebastian Ulbert vom Fraunhofer IZI erläutert die arbeitsweise im S3-Sicherheitslabor. (v.l.n.r.: Dr. Sebastian Ulbert, Michael Kretschmer, Sebastian Gemkow, Martin Puta, Prof. Dr. Reimund Neugebauer)
© Fraunhofer IZI
Dr. Sebastian Ulbert vom Fraunhofer IZI erläutert die arbeitsweise im S3-Sicherheitslabor. (v.l.n.r.: Dr. Sebastian Ulbert, Michael Kretschmer, Sebastian Gemkow, Martin Puta, Prof. Dr. Reimund Neugebauer)
Mitarbeitende des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie arbeiten im S3-Sicherheitslabor dem Coronavirus.
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Mitarbeitende des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie arbeiten im S3-Sicherheitslabor dem Coronavirus.

Um bestehende Infektionen effizient und rasch nachzuweisen und so die Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 einzudämmen, sind Tests zur Identifizierung infizierter Personen essentiell. Aus diesem Grund wurde das Fraunhofer IZI von der sächsischen Landesregierung damit beauftragt, zusätzliche Testkapazitäten für die Corona-Diagnostik aufzubauen. Realisiert wird das Vorhaben gemeinsam mit der Virologie des Leipziger Universitätsklinikums und weiteren außeruniversitären Einrichtungen. Das Nachbarland Tschechien steht vor ähnlichen Herausforderungen. Im Sinne eines gegenseitigen Erfahrungsaustausches beraten und unterstützen Experten aus dem Fraunhofer IZI die Kolleginnen und Kollegen im Nachbarland. Einem kurzfristigen Engpass bei der Versorgung mit Atemschutzmasken und Abstrichmaterial für Corona-Tests begegneten die sächsische Landesregierung und Fraunhofer gemeinsam durch die schnelle und unbürokratische Organisation entsprechender Lieferungen.

Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte: »Mit Tschechien haben wir enge und partnerschaftliche Beziehungen. Es ist wichtig, dass wir gerade auch in schwierigen Zeiten zusammenstehen. Unser heutiges gemeinsames Treffen hier in Leipzig ist ein ganz konkretes Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts über Grenzen hinweg.«

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft sagte: »Fraunhofer leistet einen wichtigen Beitrag bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie und unterstützt Wirtschaft und Gesellschaft bei der Bewältigung direkter Auswirkungen und späterer Folgen der Krise. Gemeinsam mit unseren Partnern auf nationaler und internationaler Ebene müssen wir entschlossen, und über Grenzen hinweg zielgerichtet handeln, um die medizinische Krise schnellstmöglich zu überwinden.«

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow: »Das Engagement des  Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie sowie weiterer außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in der Coronavirus-Pandemie ist auch ein Beleg für deren enorme Leistungsfähigkeit und hohe Kompetenz. In der Wissenschaft ist gemeinsames Arbeiten über Ländergrenzen hinweg eine Voraussetzung für Erfolg. Ich bin sehr froh, dass diese Grundhaltung auch in dieser Krise gilt und in konkreter Unterstützung mündet.«

Neben der Unterstützung bei den molekularbiologischen (PCR-basierten) Tests, erarbeiten die Forscher am Fraunhofer IZI bereits Technologien, die langfristig für die Bewältigung der Corona-Pandemie notwendig sein werden. Das Institut verfügt über die virologische Expertise und mit eigenem S3-Sicherheitslabor auch über die infrastrukturellen Voraussetzungen, um mit SARS-CoV-2 und verwandten Viren arbeiten zu können. Erste Forschungsarbeiten mit dem CoV-2 Virus sind bereits gestartet. Dazu gehört die Entwicklung geeigneter Infektionsmodelle, als grundlegende Voraussetzung für die Testung von Wirkstoffen gegen SARS-CoV-2. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung und Optimierung antikörperbasierter Tests. Viele der serologischen Tests, die aktuell auf den Markt und zum Einsatz kommen, verfügen nicht über die notwendige Sensitivität und Spezifität, um Antikörper auch nach leichten Infektionsverläufen zu erkennen. Zudem schränken Kreuzreaktionen mit Antikörpern gegen andere Coronaviren die Aussagekraft der meisten Tests ein. Das Fraunhofer IZI entwickelt Komponenten und Technologien, um sowohl Sensitivität als auch Spezifität solcher Tests signifikant zu erhöhen.

Erfahrungsaustausch und Beratungen, um gemeinsame Lösungswege zur Bewältigung der Corona-Pandemie zu erörtern. (v.l.n.r.: Prof. Dr. Ulrike Köhl, Michael Kretschmer, Martin Puta, Prof. Dr. Reimund Neugebauer)
© Fraunhofer IZI
Erfahrungsaustausch und Beratungen, um gemeinsame Lösungswege zur Bewältigung der Corona-Pandemie zu erörtern. (v.l.n.r.: Prof. Dr. Ulrike Köhl, Michael Kretschmer, Martin Puta, Prof. Dr. Reimund Neugebauer)
Erfahrungsaustausch und Beratungen, um gemeinsame Lösungswege zur Bewältigung der Corona-Pandemie zu erörtern. (v.l.n.r.: Sebastian Gemkow, Prof. Dr. Ulrike Köhl, Michael Kretschmer, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Martin Puta)
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Erfahrungsaustausch und Beratungen, um gemeinsame Lösungswege zur Bewältigung der Corona-Pandemie zu erörtern. (v.l.n.r.: Sebastian Gemkow, Prof. Dr. Ulrike Köhl, Michael Kretschmer, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Martin Puta)
Pressetermin im Innenhof des Fraunhofer IZI. Übergabe von Abstrich-Materialien und Schutzmasken, um einen kurzfristigen Engpass in der Region Liberec zu überbrücken. (vl.n.r.: Prof. Dr. Ulrike Köhl, Marin Puta, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Michael Kretschmer, Sebastian Gemkow)
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Pressetermin im Innenhof des Fraunhofer IZI. Übergabe von Abstrich-Materialien und Schutzmasken, um einen kurzfristigen Engpass in der Region Liberec zu überbrücken. (vl.n.r.: Prof. Dr. Ulrike Köhl, Marin Puta, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Michael Kretschmer, Sebastian Gemkow)