Forscher des Fraunhofer IZI in Halle (Saale) erhalten Förderung der amerikanischen Alzheimer‘s Association zur Entwicklung neuer Modelle für die Alzheimer-Therapie

4.2.2016

Dr. Holger Cynis, Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Biotechnologie der Projektgruppe Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung des Fraunhofer IZI, und sein Team erhalten eine der begehrten 2jährigen Förderungen in Höhe von 100 000 $ von der amerikanischen Alzheimer’s Association. Die zugesprochenen Fördermittel werden im Rahmen eines »New Investigator Research Grant« für die Erforschung neuer Modelle für die Alzheimer-Therapie zur Verfügung gestellt. Nach dem Aufruf zur Einreichung innovativer Projekte, geht nun eins von maximal 15 weltweit geförderten Projekten nach Halle (Saale).

Die Alzheimersche Demenz ist eine unheilbare, fortschreitende neurologische Erkrankung des Gehirns, welche unter anderem zum Verlust von Gedächtnis und Sprache führt. Es wird geschätzt, dass weltweit ca. 35 Millionen Menschen von Alzheimer betroffen sind, davon etwa 1,2 Millionen Patienten in Deutschland. Der Gedächtnisverlust wird dabei hauptsächlich durch das Ablagern von giftigen Eiweißen im Gehirn der Patienten ausgelöst. Die genauen Ursachen, welche zur Entstehung der Erkrankung führen, sind im Detail jedoch noch nicht gut verstanden. Zugelassene Therapien können bisher den Krankheitsverlauf nur verlangsamen.

Die Entwicklung neuer Therapien wird unter anderem von einer Lücke zwischen erfolgreicher Medikamententestung im Reagenzglas und anschließender fehlender Wirksamkeit im Patienten verzögert. Neue Modellsysteme zur besseren Charakterisierung innovativer Therapien werden daher dringend benötigt. Hier greift die Förderung der Alzheimer’s Association. Es wird die Charakterisierung neuer humanisierter Mausmodelle unterstützt. In diesen wurden für die Alzheimersche Erkrankung relevante Gene der Maus durch deren jeweiliges menschliches Pendant ersetzt. Diese Modelle sollen nun auf eine Ähnlichkeit mit der menschlichen Pathologie hin untersucht werden, um Aussagen für die Verwendbarkeit in der Medikamentenentwicklung treffen zu können.

Die Projektgruppe Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung in Halle (Saale) entwickelt neue molekulare Strategien zur Behandlung von neurodegenerativen und entzündlichen Erkrankungen. Die Mitarbeitenden der Außenstelle besitzen dabei eine sehr umfassende Expertise in der industriellen pharmanahen Forschung. Dies schließt zunächst die Identifizierung von neuen Wirkstofftargets durch die Analyse von möglichen pathologischen post-translationalen Modifikationen, Fehlfaltungen von Proteinen sowie deren pathologische Aggregationen ein. Darüber hinaus besitzt die Außenstelle ein breit gefächertes biophysikalisches Methodenspektrum zur Charakterisierung von therapeutisch relevanten physiologischen Stoffwechselwegen, deren Schlüsselproteinen sowie zellbasierter und pharmakologischer Modelle zur Charakterisierung neuartiger chemischer und biologischer Wirkstoffe.

Weitere Ansprechpartner

Projektgruppe Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung Halle (Saale)
Dr. Holger Cynis
Telefon +49 345 131428-00
holger.cynis@izi.fraunhofer.de