Außenstelle Translationale Zelltherapie (Hannover)

Projekte

Kombination gerichteter dual-spezifischer NK-Zellen mit Checkpoint-Inhibitoren zur verbesserten Wirkung gegen resistente Kopf-Hals-Tumore und Tumorstammzellen

In diesem Projekt werden Spender-NK-Zellen mit bestimmten oberflächenexprimierten Rezeptoren, sogenannten Chimären Antigen Rezeptoren (CARs) spezifisch gegen verschiedene Oberflächenstrukturen / Moleküle auf soliden Tumoren des Platteneptihelkarzinoms mit bestimmten Erkennungs­molekülen (CD133, CD44v6, HER1, HER2) hergestellt. In folgenden Wirksamkeitsstudien (in vitro) sollen dann spezifische Erkennungs- und Eliminierungsreaktionen der aktivierten CAR-NK-Zellen gegen resistente CD133, CD44v6, HER1 oder HER2-positive, maligne Platteneptihelkarzinom­zellen (Ziellinien und Patienten-Tumorzellen) gezeigt werden. Danach sind Wirksamkeitsstudien in humanisierten Maus­tumormodellen (in vivo) mit diesen genetisch veränderten Effektor-Lymphozyten geplant, um einen Proof-of-Principle bzw. Proof-of-Concept der Krebsstudien zu demonstrieren. Anhand dieser Daten soll anschließend eine gerichtete, zellbasierende Anti-Krebs-Therapie unter GMP-Bedingungen (Good Manufacturing Practise) erzeugt werden, die in Zukunft eine erfolgreiche, klinische Behandlung solcher Patienten ermöglicht.

Ex-vivo-Expansion von PBMC-abgeleiteten humanen NK-Zellen zur Verwendung für In-vivo-Studien

Schematische Darstellung  einer Krebszelle, die von Immunzellen erkannt und attackiert wird.
© Christoph Burgstedt - stock.adobe.com
Schematische Darstellung einer Krebszelle, die von Immunzellen erkannt und attackiert wird.

Eine der Hauptfunktionen des menschlichen Immunsystems ist die Abwehr von Infektionen. Eine weitere Aufgabe ist die Beseitigung von Krebszellen.

Immunzellen sind grundlegend in der Lage Krebszellen zu erkennen und durch verschiedene Mechanismen zu eliminieren. Einer dieser Mechanismen ist die antikörperabhängige zellvermittelte Toxizität (ADCC). Dabei binden Antikörper an der Oberfläche von Krebszellen und geben somit Natürlichen Killer (NK)-Zellen das Signal, die entsprechende Zelle zu töten. Diese Immunzellen binden über den Antikörper an die Krebszelle und werden dabei stimuliert zytotoxische Proteine auszuschütten.

Einige Krebszellen entziehen sich über immunsupprimierende Eigenschaften diesem Mechanismus. Dennoch bietet er einen sehr guten Ansatz für die Entwicklung neuer Krebstherapien, die diesem immunologischen Prinzip folgen.

Das Unternehmen Affimed entwickelte hierzu eine neue Antikörperplattform für das gezielte Abtöten maligner Zielzellen. Basierend auf dieser Antikörperplattform werden immunsupprimierende Mechanismen von Tumorzellen überwunden und eine gezielte Immunantwort ausgelöst.

Im Rahmen dieses Vorhabens wurden in der Außenstelle Hannover des Fraunhofer IZI Leukapheresen von unterschiedlichen, gesunden Spendern durchgeführt. Aus den angereicherten, mononuklären Zellen des peripheren Bluts (PBMCs) wurden anschließend NK-Zellen immunmagnetisch separiert, für zwei Ex-vivo-Wochen expandiert und anschließend kryokonserviert. Bei Bedarf konnten die Zellen dann für Unter­suchungen aufgetaut, erneut expandiert / aktiviert und im Rahmen präklinischer Tests untersucht werden.