Covidval – Klinische Studie zum Einsatz von ACE-Bluthochdruck-Hemmern als Therapie im Kampf gegen COVID-19

Blutdruckmessgerät
© Ewa Urban / Pixabay

Bestimmte Medikamente, die zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden, könnten auch eine positive Wirkung bei COVID-19-Patient*innen haben. Diese Wechselwirkung will das Klinikum St. Georg Leipzig in seiner Klinik für Infektiologie / Tropenmedizin, Nephrologie und Rheumatologie in der weltweit ersten kontrollierten klinischen Studie zu dem Thema erforschen. Unterstützung in Bezug auf die grundlagenwissenschaftlichen Aspekte erhält das Klinikum vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI sowie der mosaiques diagnostics and therapeutics AG, Hannover, und – wegen der nötigen telemedizinischen Betreuung in Quarantäne – dem ICCAS der Universität Leipzig. Eine Studien-App ermöglicht die überregionale Einbindung von Patient*innen und die Vereinfachung von Abläufen.

Bis zu 20 Prozent der deutschen erwachsenen Bevölkerung (ca. 16 Millionen Menschen) nehmen zur Behandlung einer Bluthochdruckerkrankung derartige Medikamente aus der Klasse der ACE-Inhibitoren bzw. Angiotensin-Rezeptor-Blocker ein. Im Rahmen des Projekts untersucht die Arbeitsgruppe Liganden-Entwicklung des Fraunhofer IZI, ob es Antikörper in den Patient*innenseren gibt, die neben der Blockierung der bekannten ACE2 / TMPSSR Bindungsstelle bei einer COVID-19 Erkrankung andere wichtige molekulare Strukturen blockieren. Ihre Existenz könnte womöglich die sehr unterschiedlichen individuellen Krankheitsverläufe erklären. Dazu nutzen die Forscher*innen eine Technologie, die die Feinstruktur der von Antikörpern erkannten Bindungsstellen (Epitope) aufklärt. Sie basiert auf Peptidbibliotheken, die auf der Oberfläche von Bakteriophagen präsentiert werden und einer speziellen Art der Auswertung. Damit ist es möglich, die individuellen Epitope der Virenproteine auf die Aminosäure genau zu identifizieren, die von Antikörpern der Patient*innen erkannt werden. So prüft das Forschungsteam, ob Variationen der Immunantwort relevant für den Krankheitsverlauf sein können. Diese Informationen können helfen Personen in der Studie verschiedenen Risikogruppen zuzuordnen und dann später für Diagnostik, Impfstoffe oder neue Medikamente verwendet werden.

Partner

  • Klinikum St. Georg, Leipzig  |  www.sanktgeorg.de
  • mosaiques diagnostics and therapeutics AG  |  www.mosaiques-diagnostics.de
  • ICCAS – Innovation Center Computer Assisted Surgery der Universität Leipzig  |  www.iccas.de

Förderung

Gefördert vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK).