RNomics

Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI

Mitarbeiter der Arbeitsgruppe RNomics © Fraunhofer IZI

Die RNomics Gruppe identifiziert und charakterisiert krankheitsassoziierte nicht-proteinkodierende RNAs für deren Anwendung als diagnostische Marker und therapeutische Targets und entwickelt zu diesem Zweck experimentelle und bioinformatische Methoden.

Forschungsthema

Mit Hilfe von genomweiten Untersuchungen von ncRNA-Mustern ist es möglich, eine Vielzahl von Markern für unterschiedliche Krankheiten zu identifizieren.

Vor allem im Feld der Tumorbiologie konnten bereits verschiedene ncRNAs gefunden werden, die bspw. eine Unterscheidung von verschiedenen Tumorklassen oder auch eine unterschiedliche Prognose im Krankheitsverlauf ermöglichen.

Die Identifizierung von klinisch relevanten ncRNAs eröffnet vollkommen neue Perspektiven für die Entwicklung therapeutischer Werkzeuge zum effektiven und zielgerichteten Angriff auf erkrankte Zellen.

Perspektive

Etablierung einer Plattform-Strategie zur Entwicklung von ncRNA basierten therapeutischen Targets und Biomarkern und deren Umsetzung in klinische Anwendungen.

Von den ca. 3,3 Milliarden Basen des humanen Genoms kodieren nur etwa 1,5% für Proteine. In jüngsten Studien wurde gezeigt, dass der überwiegende, nicht-proteinkodierende Teil des Genoms ebenfalls mit großer Aktivität in RNA übersetzt wird. Diese nicht-proteinkodierenden RNAs (ncRNAs) bilden folglich jenen Teil des Transkriptoms einer Zelle, der kein Signal für eine Übersetzung in Proteine trägt. ncRNAs sind sehr spezifisch reguliert, zeigen eine sehr hohe Zelltypspezifität und treten in überraschend vielen Fällen mit Krankheiten assoziiert auf.

ncRNAs stellen ein sehr junges, dynamisches und interdisziplinäres Forschungsgebiet dar, weshalb die RNomics-Gruppe sowohl bioinformatische als auch experimentell-biologische Kompetenzen entwickelt hat. Dies ermöglicht, Strategien zu verfolgen, die auf einer engen Verknüpfung beider Felder aufbauen, und hat sich international bereits bewährt, wie die Teilnahme am multinationalen Großforschungsprojekt ENCODE zeigt.