Impfstoff-Technologien
Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI
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© Fraunhofer IZI
Entwicklung eines Impfstoffs gegen das West Nile Virus
Das West-Nil-Virus (WNV) ist ein Krankheitserreger, der Vögel aber auch Säugetiere (darunter den Menschen) befallen kann. Neben Grippe-ähnlichen Symptomen kommt es in manchen Fällen auch zu neurologischen Verläufen mit Todesfolge. In der Veterinärmedizin werden bereits Impfstoffe gegen WNV eingesetzt. Diese sind jedoch nicht optimal und eine humane Impfung fehlt völlig.
In einem durch die EU geförderten Projekt, wird ein neuartiger Impfstoff zur Bekämpfung von WNV entwickelt. Dieser beruht auf dem neuartigen Prinzip der DNA-Vakzinierung, welches besonders sichere und wirksame Impfstoffe liefert. Nach der Applikation werden die von der DNA-Vakzine kodierten Antigene vom Körper selbst produziert und dem Immunsystem präsentiert – dies gewährleistet einen sicheren und dauerhaften Impfschutz. Eine DNA-Vakzine kann zudem schnell auf antigene Varianten (z.B. verschiedene Virusstämme) angepasst werden. Dies ist besonders wichtig bei einem Erreger wie WNV, der sich rapide verändern und sich über Zugvögel schnell und unkontrolliert ausbreiten kann.
Insgesamt neun Partner aus ganz Europa und den USA, darunter auch Firmen aus der Impfstoff-Industrie, werden drei Jahre zusammenarbeiten und Impfstoffkandidaten bis zu späten präklinischen Studien vorantreiben.
Zudem soll ein Test entwickelt werden, der eine WNV-Infektion zweifelsfrei diagnostizieren kann, ohne dass dabei Kreuzreaktionen mit verwandten Viren berücksichtigt werden müssen.
Diagnostik von PRRSV
Die AG Impfstoff-Technologien hat einen Test entwickelt, um das Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome Virus (PRRSV) bei Schweinen nachzuweisen. PRRSV ist ein Erreger, welcher in der Schweinezucht jedes Jahr weltweit wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Um die Ausbreitung dieses aggressiven Erregers zu kontrollieren und zu begrenzen, sind hochsensitive und fehlerfreie Nachweissysteme erforderlich. Im Test des Fraunhofer IZI werden Antikörper gemessen, die aufgrund einer Infektion mit PRRSV vom Schwein gebildet wurden. Ein wesentlicher Vorteil des Assays gegenüber bereits erhältlichen Nachweissystemen ist, dass verschiedene Virus-Stämme unterschieden werden können. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, da die vorhandenen PRRSV-Impfstoffe Stamm-spezifisch sind. Durch den Test kann der Tierarzt schnell den PRRSV-Stamm identifizieren, der für die Infektion verantwortlich ist und kann so den richtigen Impfstoff einsetzen, um die noch gesunden Tiere des Zuchtbetriebs zu schützen. Ein deutsches Diagnostik-Unternehmen plant, diesen Test im Jahr 2012 auf den Markt zu bringen.



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